Frauen im KVSH: Stark, sicher, selbstbewusst
Petra Lahme, unsere Referentin für Frauen, setzt sich für Selbstbewusstsein, Sicherheit und ein klares Nein zu Gewalt gegen Frauen ein.

Drei Stunden, die stark machen
Im Auftrag des Karate-Verbands Schleswig-Holstein gibt Polizist Jens Schröder seit 18 Jahren Kurse zur Selbstverteidigung. Auf Einladung des Ortskulturrings Neuberend unterrichtete er zwölf Teilnehmerinnen in einer „Ersten Hilfe zur Selbstverteidigung“ – in nur drei Stunden.
Regel Nummer eins: Flucht vor Kampf
Oberste Maxime: flüchten. „Macht euch mit der Umgebung vertraut, behaltet Fluchtwege im Auge“, rät Schröder. Vor brenzligen Situationen: Schmuck ablegen.
„Hey, Schnecke!“ – und jetzt?
Im nachgestellten Parkplatz-Szenario zeigt Schröder: Wer angemacht wird, sollte sich groß machen, die Hände vor dem Körper halten und sich unbeeindruckt zeigen. Eine klare, laute Ansage ist oft die letzte Möglichkeit, einen Übergriff zu vermeiden.
„Finger weg! Ich kenne Sie nicht!“
Wer eine Anmache stillschweigend hinnimmt, bestätigt den Täter darin, weitermachen zu können. Deshalb wird lautes, bestimmtes Auftreten im Kurs so lange geübt, bis es nicht mehr merkwürdig vorkommt: „Stopp! Zurück! Weg!“
„Sei lauter als dein Nachbar.“ — Jens Schröder
Körperliche Abwehr
Nase, Mund und Augen sind besonders schmerzempfindlich – im Training wird das Schlagen auf dicke Schlagkissen geübt.
„Zeigt keine falsche Zurückhaltung, seid lebensrettend brutal.“ — Jens Schröder
Notwehr ist rechtlich abgesichert. Von einem Tritt in die Genitalien rät Schröder ab – der Angreifer könnte das Bein festhalten und die Situation noch bedrohlicher machen. Als „Geheimwaffe“ empfiehlt er die Zähne; mit einer um den Hals gebundenen Banane wird geübt, wie sich ein Biss anfühlen kann.
Die Königsdisziplin
Zum Abschluss simuliert Schröder, in einen Polsteranzug gehüllt, einen echten Angriff. Die Teilnehmerinnen müssen sich befreien und wehren – eine Übung, die viele im Kurs am eindrücklichsten fanden.
„Die Situationen wirkten real und bedrohlich. Es ist wichtig, dass einem dann etwas einfällt.“ — Kirsten Bahr, Teilnehmerin
Kirsten Bahr hatte den Kurs bereits im Vorjahr besucht und diesmal ihre 16-jährige Nichte Henrike mitgebracht. Ihr Fazit: „Der Kurs war sehr hilfreich und hat alltagstaugliche Tipps vermittelt.“
Bericht: Maike Krabbenhöft
Die wichtigsten Tipps auf einen Blick
- Flucht geht vor Kampf – Umgebung und Fluchtwege im Blick behalten
- Vor brenzligen Situationen: Schmuck ablegen
- Laut und bestimmt auftreten: „Stopp! Zurück! Weg!“
- Klare Ansage bei Übergriffen: „Finger weg! Ich kenne Sie nicht!“
- Im Ernstfall: Nase, Mund und Augen sind empfindliche Ziele
- Nicht in die Genitalien treten – das Bein kann festgehalten werden
- Notwehr ist rechtlich abgesichert
Kinderschutz im Verein
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Verhaltenskodex zur Prävention sexueller Gewalt und sexuellen Missbrauch
Karate ist eine Kampfsportart mit engem Körperkontakt. Der Verhaltenskodex des KVSH verpflichtet alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit zu Respekt, Transparenz und einem verantwortungsvollen Umgang mit Nähe und Distanz – und dazu, im Verdachtsfall sofort professionelle Unterstützung einzuholen.
